Erfolgreiche Konsortialführung im EU-Projekt „ReHabX“

Nachdem sich das Projekt im November 2011 Rahmen des Wettbewerbs "Per-Med.NRW" als einer von sieben Gewinnern gegen 37 Konsortien mit 145 Einzelanträgen durchsetzen konnte, wurde von Juli 2012 bis März 2015 an der Verbesserung der Mobilität von Schlaganfallpatienten geforscht. Nach 33 Monaten Forschungsarbeit wurde unter Konsortialführung der ITBB GmbH das vom Land NRW und der Europäischen Union geförderte Projekt „ReHabX: Personalisierte Therapiesteuerung bei Gangstörungen am Beispiel des Schlaganfalls“ erfolgreich abgeschlossen. In enger Zusammenarbeit mit Spezialisten für Bewegungssimulation (Universität Duisburg-Essen), der Klassifikation und Maßnahmenauswahl von pharmakologischen Therapien (Heinrich-Heine Universität Düsseldorf), der Klassifikation und Maßnahmenauswahl für Orthesen und Übungen (Fachklinik Rhein-Ruhr für Herz/Kreislauf- und Bewegungssystem GmbH & Co. KG) wurde an der ITBB GmbH ein vorwettbewerblicher Prototyp eines Softwaretools entwickelt, das Ärzte, Physiotherapeuten und Hilfsmittelversorger mit Hilfe von quantitativen und objektiv validierten Kriterien dabei unterstützt die geeignetsten Behandlungsmaßnahmen für die personalisierte Rehabilitation von Schlaganfallpatienten auszuwählen (vgl. Abbildung).

Zur evidenzbasierten personalisierten Maßnahmenauswahl werden ausgehend von der Messung des Ganges mit handelsüblichen Trackingsystemen neue Verfahren der technischen Simulation eingesetzt, um biomechanische Effekte zu analysieren. Diese werden in einem iterativen Trainingsprozess mit der medizinischen Diagnostik und Prognose abgeglichen, indem patientenspezifische Kenngrößen (Features) extrahiert und in Übereinstimmung mit individualisierten Therapieempfehlungen von Ärzten und Therapeuten gebracht werden. Diese objektivierte Korrelation zwischen numerischen Daten und medizinischem Wissen ermöglicht schließlich die Erstellung eines optimierten, an der individuellen Patienten-Pathophysiologie orientierten Behandlungsplans.
Die evidenzbasierten personalisierten Maßnahmenauswahl wird es zukünftig ermöglichen Behandlungsprozesse interdisziplinär besser zu koordinieren, Therapien besser zu steuern bzw. zu evaluieren und damit die bisher schon vorhandenen pharmakologischen, therapeutischen und orthetischen Therapiemöglichkeiten besser auszuschöpfen oder gar neu zu adaptieren.

Für Patienten und Kostenträger bietet dies den Vorteil, dass die Patienten sowohl schneller in die Funktionalität und verbesserte Teilhabe geführt werden als auch das das Risiko von Sekundärschäden reduziert wird (z. B. Stürze, vorzeitiger Verschleiß, Fehlbelastungen).

Nach erfolgreichem Abschluss der wissenschaftlichen Grundlagen zur evidenzbasierten personalisierten Maßnahmenauswahl in der Schlaganfall-Rehabilitation im Kontext des ReHabX-Projektes, arbeitet die ITBB GmbH zurzeit an der Kommerzialisierung des vorwettbewerblichen Prototypen.

Weiterführende Informationen

Projektposter
Zeitungsartikel Rheinische Post

Gefördert aus dem EFRE kofinanzierten operationellen Programm für NRW im Ziel2 "Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung" 2007-2013. Förderkennzeichen: 005-1111-0054